„ Ein kleines Stück Frieden“
„Was macht dir Spaß mit Gott und Kirche?“, war eine zentrale Frage, die die Kinder des FamilienZentrums St. Remigius in den letzten Wochen erarbeitet haben.
„In der Kirche macht mir das Singen Spaß“,
„An Gott und der Kirche finde ich das Kreuz toll, weil das so golden ist“,
„Gott ist toll weil er die Welt gemacht hat“ … erzählen die Kinder.
Immer wieder werden wir von Schreckensnachrichten aus den Kriegen dieser Welt konfrontiert.
Es macht uns traurig und wir fragen uns immer wieder, wie schnell menschliche und christliche Werte verworfen werden können.



Die Menschlichkeit, die Solidarität, das Miteinander, sich gegenseitig unterstützen und Andersartigkeit mit Neugierde erkunden, sind Schätze die immer wieder etwas „einstauben“ können. Die Vielfalt in der Gemeinschaft genießen und Gott für unser Leben danken, das ist „ein kleines Stück Frieden“ hier in Borken, sozusagen vor der eigenen Haustür. Ein Stück, das ab und zu etwas verschüttgehen kann und neu entdeckt werden muss.
Die Kinder der sieben Kindertageseinrichtungen des FamilienZentrums St. Remigius werden genau dieses Thema in den nächsten Monaten als religiöses Projekt genauer unter die Lupe nehmen. Wir sind gespannt, was sich alles vor Augen versteckt und welche Schätze wir gemeinsam bergen werden.
Den Abschluss des Projektes werden wir wieder mit einem gemeinsamen Fest ausklingen lassen.


Projekte der vergangenen Jahre:

Woran glaubst denn du?
Diese Frage hat uns im Kita-Jahr 1016/2017 während eines Projektes in den Einrichtungen des
FamilienZentrums beschäftigt.

Religiöse Erziehung kann beginnen, wenn sich ein Kind geborgen fühlt,
wenn es Vertrauen erfährt.
In den Tagesablauf eigebettete Rituale und Symbole helfen dem Kind, sich
zu orientieren, sich sicher zu fühlen, sich „groß“, geliebt und wertgeschätzt
zu erleben.

Kindheit wird heute von unterschiedlichsten Lebensumständen geprägt…
Da tut es wirklich gut, verlässliche „Personen“ zu erleben, an die man sich
wenden kann, wenn es einem schlecht geht oder traurig ist.
Solche Personen können auch Gott oder Jesus, Allah, Buddha… sein.
Deshalb sind religiöse Geschichten auch heute aktuell und viel zu wertvoll,
als dass sie nicht erzählt werden.
Diese Geschichten können hilfreich werden für verschiedene Situationen, z.B.:
- Es gab Streit in der Gruppe.
- Ein Kind braucht Zuwendung und Aufmerksamkeit.
- Ein neues Kind kommt in die Gruppe.
- Ein Geschwisterkind wird geboren.
- Die Eltern trennen sich.
- Ein Kind zieht weg.
- Ein Familienmitglied ist gestorben o.ä.
- Ein Ereignis steht an: Weihnachten, Ostern, Schulübertritt…

Sich geborgen wissen in Gott bedeutet Vertrauen erleben und ins eigene
Leben übertragen lernen.

Welche Geschichten stehen in der Bibel?
Warum feiern wir Weihnachten und andere christlichen Feste?
Warum essen muslimische Kinder kein Schweinefleisch?
Welche Grundsätze haben andere Religionen?

Ziel des Projektes ist es, dass Kinder ihren Glauben finden können und
aufgeschlossen sind für andere religiöse Traditionen.
Während eines gemeinsamen Festes im kommenden Jahr wollen wir gerne
die unterschiedlichen Projektergebnisse der einzelnen Kindertageseinrichtungen
präsentieren.

 

Kindergarten plus

heißt ein Projekt, welches wir in unseren Einrichtungen in den pädagogischen Alltag integriert haben. Mit finanzieller Unterstützung des Lions Club Borken wurden MitarbeiterInnen geschult, um die Inhalte von Kindergarten plus fachlich umsetzen zu können.
Ein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern des Lions Club Borken, die mit dem Verkauf des Adventskalenders und dessen Erlös im Jahr 2010 diese Maßnahme finanzieren.

Kindergarten plus ist ein Präventionsprogramm zur Stärkung der kindlichen Persönlichkeit. Es richtet sich an vier- bis fünfjährige Kinder in Kindertageseinrichtungen. Das Programm besteht aus neun Bausteinen (Modulen), die in einer extra dafür zusammengestellten Gruppe im Zeitraum eines halben Jahres durchgeführt werden.

Kindergarten plus hat das Ziel, die soziale, emotionale und geistige Bildung der Kinder zu stärken und zu fördern. Unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten der Kinder werden die für den Lernerfolg im Kindergarten und im späteren Leben unverzichtbaren Basisfähigkeiten gefördert:

  • Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Einfühlungsvermögen
  • Selbstregulation und Selbstwirksamkeit
  • Konflikt- und Kompromissfähigkeit
  • Beziehungsfähigkeit
  • Selbstwertgefühl
Der dem Programm Kindergarten plus zugrunde liegende Bildungsbegriff orientiert sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Neurobiologie und Humanwissenschaften, dass jedem geistigen Lernschritt ein emotionaler Entwicklungsschritt vorausgeht. Bildung heißt daher, Kinder gleichermaßen emotional, sozial und geistig zu fördern. Studien mit Grundschülern zeigen, dass Erfolg oder Misserfolg in hohem Maße davon abhängen, inwieweit zuvor emotionale und soziale Fähigkeiten ausgebildet werden konnten. Voraussetzung für ein gesundes Selbstbewusstsein, Respekt anderen Menschen gegenüber und spätere Erfolge in Schule und Beruf ist der Aufbau einer starken Persönlichkeit in den ersten sechs Lebensjahren. Daher muss ein besonderer Schwerpunkt bei früher Bildung auf die Stärkung und Förderung emotionaler und sozialer Bildung liegen.

Nach aktuellen Befunden der Lernforschung kann Bildung als selbsttätige, ko-konstrukutive Aneignung von Welt verstanden werden und ist mehr als geistiges Lernen. Entwicklungspsychologische Erkenntnisse zeigen, dass frühe Bildung in stabile und sichere Bindungen zu nahe stehenden Bezugspersonen eingebettet sein muss. Bildung in einem ganzheitlichen Sinne heißt daher, Kinder gleichermaßen emotional, sozial und kognitiv zu fördern. Lernen mit allen Sinnen, aktives Erkunden der Umwelt und Kennen lernen von sich selbst und anderen Menschen umfasst motorische, sprachliche, musikalische, künstlerisch-kreative, logisch-mathematische, erkundend-experimentierende, soziale und emotionale Aspekte.

Kindergarten plus
wird von einer Trainerin/einem Trainer durchgeführt. Die Trainerin/der Trainer ist eine Erzieherin/ein Erzieher, die/der zuvor in einer Kindergarten plus-Fortbildung für das Programm geschult wurde. Ein(e) weiter(e) Erzieher/in begleitet die Gruppe während der Durchführung des Programms. Sie/er dient den Kindern als weitere „sichere Basis“ und übernimmt wichtige Beobachtungsaufgaben.

Kindergarten plus wird in unseren Einrichtungen zu einem festen Bestandteil des pädagogischen Profils. Wir erhalten den Kindergarten plus-Newsletter, der regelmäßig über die Weiterentwicklung des Programms informiert. In eigener Verantwortung mit professioneller Begleitung evaluieren und entwickeln wir das Projekt stetig weiter.
(Textinhalte entnommen aus dem Informationsprogramm der „Deutschen Liga für das Kind“, abzurufen unter Internet: www.kindergartenplus.de

 

Projekte der vergangenen Jahre:

Interkulturelle Öffnung
des FamilienZentrums St. Remigius in Borken

Es ist längst nicht mehr das „Privileg“ von Ballungszentren und Großstädten, dass Kinder mit Migrationshintergrund mit einem Anteil von über 50 % und mehr in Kindertageseinrichtungen vertreten sind. Auch in ländlichen Regionen ist dies längst Realität, so auch in unserem FamilienZentrum St. Remigius in der Kreisstadt Borken. Mit über 600 Kindern, verteilt auf 7 Standorte, zählen wir zu einem der größten Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Durchschnittlich 20 % der Kinder in unseren Einrichtungen haben einen familiären Migrationshintergrund, wobei die Anteile in den einzelnen Einrichtungen stark schwanken, und zwischen 2 % und über 50 % liegen.
Mit dem Ziel, die Integrationschancen bereits in der Elementarerziehung zu verbessern, startet das Kooperationsprojekt der Propsteigemeinde St. Remigius und des Fachdienstes für Integration und Migration des Caritasverbandes Borken offiziell im März 2007. Es wird vom Diözesancaritasverband Münster gefördert.

I. Wie sehen die einzelnen Projektmodule und Arbeitsschritte für das FamilienZentrum St. Remigius aus?

Unser modular konzipiertes und auf 24 Monate ausgelegtes Pilotprojekt verfolgt die interkulturelle Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Entwicklung einer Organisationskultur, die institutionell und strukturell integrationsfördernde Faktoren innerhalb der Organisation aufbauen will. Die Projektstrukturierung soll eine effektive und effiziente Zusammenarbeit der Projektbeteiligten gewährleisten und den spezifischen Erfordernissen in den beteiligten Einrichtungen entsprechen. Im Vorgehensmodell sind folgende Schritte vorgesehen:

1. Interessenanalyse
Zu Beginn des Projektes finden leitfadengestützte Gespräche mit den Leitungen bzw. Leitungsteams der teilnehmenden Einrichtungen statt. Darin geht es insbesondere um eine Konkretisierung thematischer Bedarfe in den Einrichtungen, um organisatorische Anforderungen, Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit und um das gegenseitige Kennen lernen. Auf diesem Wege wird eine bedarfsgerechte, gemeinsame und dialogische Detaillierung der vorgelegten Rahmenkonzeption möglich.

2. Auftaktveranstaltung
Im Anschluss an die Auswertung der Ergebnisse der Interessenanalyse findet eine Auftaktveranstaltung statt, die den eigentlichen Projektstart markiert. Dazu sind neben den beteiligten Fachkräften des FamilienZentrums und dem Projektteam auch Fachleute des Diözesancaritasverbandes sowie wichtige Multiplikatoren des Sozialraumes (z.B. Leitungen von Grundschulen, Jugendamt, Ausländeramt etc.) vertreten. Projektziele und die in den Einrichtungen vereinbarte Vorgehensweise werden den Teilnehmenden vorgestellt. Nach gemeinsamer Diskussion werden Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen getroffen.

3. Module zur Erweiterung interkultureller Kompetenz
Interkulturelle Kompetenz wird von Wertschätzung getragen. Sie ist im Idealfall eine generelle Grundhaltung, die Menschen und deren Kulturen in ihrer Vielfalt integriert. Sie gilt für jede Form der Interaktion und stellt daher eine grundlegende Haltung wie auch Kernkompetenz dar. Die ersten Projektbausteine bilden daher die Sensibilisierung und die Vermittlung interkultureller Kompetenz mittels Trainings, die migrationssensibles Handeln der zusammenarbeitenden Akteure steigern soll, um integrative soziale Gestaltungsprozesse konstruktiv zu unterstützen. In diesen Modulen geht es zudem um die Vermittlung kultursensibler Kommunikation und wertfreier Akzeptanz von Unterschiedlichkeit. Vermittlung versteht sich dabei als eine Form der Selbstvermittlung, der Erschließung neuer Erfahrungen, Einstellungen und Haltungen durch die Teilnehmer selbst, weniger als Fremdinstruktion. Im Mittelpunkt dieses Moduls steht die Eigenentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen. Es soll für den Umgang mit kultureller Unterschiedlichkeit sensibilisiert werden.
Die separaten Workshops sehen die Information zur ausländerrechtlichen Situation und deren Auswirkungen auf die Familien, den Hintergrund von Spätaussiedlern in Borken sowie die Lebenssituation von Muslimen in der Region vor.


Teilnehmerinnen des „Interkulturellen Trainings“
in einer Übung zur Fremd- und Selbstwahrnehmung

4. Interkulturelle Öffnung der Einrichtungen und Arbeit an der Organisationskultur
Dieser Baustein verfolgt die interkulturelle Öffnung der Einrichtung, durch die geeignete strukturelle Voraussetzungen und eine fördernde Lernkultur geschaffen werden soll, damit allen Kindern und Familien in der Einrichtung ermöglicht wird, vorhandene Ressourcen zu nutzen, gesellschaftliche Schlüsselkompetenzen zu erwerben und gesellschaftliche Teilhabe als übergeordnetes Ziel zu realisieren. Die vorhandene kulturelle Vielfalt und die damit verbundenen Chancen, Schwierigkeiten und Herausforderungen stehen im Mittelpunkt. Interkulturelle Öffnung des FamilienZentrums ist beispielsweise gekennzeichnet durch Angebote, die auch für Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund leicht zugänglich sind. Interkulturell geöffnete Einrichtungen nehmen einen erweiterten Blickwinkel ein und erhöhen damit individuelle Startbedingungen aller Kinder.
Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Integration interkultureller Kompetenz in die Einrichtung. Die interkulturelle Öffnung lässt sich als veränderte Organisationskultur beschreiben, die sowohl institutionell als auch strukturell hemmenden Faktoren der Organisation analysiert, die zu Benachteiligung führen und die bestrebt ist, diese abzubauen. Damit ist ein systemischdiskursiver und selbstreflexiver Prozess verbunden, der allen Beteiligten neue Chancen eröffnet, etwa vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu betrachten oder vorhandene Unterschiede zu identifizieren, diese aushalten und nutzen zu lernen.

5. Zukunftskonferenz
In einem Strategieprozess interkultureller Organisationsberatung werden dabei eine Analyse der Ausgangsbedingungen und eine Zielbestimmung vorgenommen. Hierbei wird zunächst eine gemeinsame Strukturanalyse vorgenommen, um den aktuellen Zustand zu ermitteln und Veränderungsbedarfe und spezifische Ziele der Einrichtungen zu identifizieren und zu klären, wo es gemeinsame Standards und Ziele geben soll. Es geht um die Identifizierung von Stärken und Schwächen, die Identifizierung relevanter Umfeldbedingungen und die Betrachtung von Akteuren (Personen, Institutionen), die hinsichtlich ihrer Erwartungen und Handlungen für die Arbeit der Einrichtung von Bedeutung sind. Dabei finden vielfältige Verknüpfungen aus dem vorherigen Training statt, die deren Transfer auf die tägliche Arbeit fördern sollen. Zudem wird ein für die Einrichtung wünschenswerter Zielzustand (z.B. Leitbild, Vision) beschrieben und formuliert. Dann werden konkrete Schritte zur Umsetzung eingeleitet, Veränderungsbarrieren identifiziert und der weitere Strategieprozess beraten.

6. Kontinuierliche Leitungskonferenzen
Diese dienen dazu, einen transparenten Projektablauf zu gewährleisten. Relevante Prozesse und Ergebnisse werden hier im Kreis der Leitungen der Einrichtungen und des Projektteams der Integrationsagentur erörtert, Informationen ausgetauscht sowie gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen in den teilnehmenden Einrichtungen reflektiert. Ferner finden regelmäßige Prüfungen des Projektfortschrittes statt und etwaiger Änderungsbedarf zum geplanten Projektablauf wird geklärt.

7. Abschluss
Anfang Mai 2009 werden die Ergebnisse des Pilotprojekts in Form einer feierlichen Abschlussveranstaltung von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern präsentiert. Ebenso werden diese in einer Handreichung mit den konkreten Umsetzungsschritten festgehalten werden.

II. Wie ist die Ausgangslage im FamilienZentrum St. Remigius?

Der Gedanke „Bereicherung durch Vielfalt spürbar werden lassen" leitet uns bei der Arbeit im und für das FamilienZentrum St. Remigius. Familien sind geprägt von ganz verschiedenen Lebenserfahrungen und Lebensumständen. Im FamilienZentrum treffen viele unterschiedliche Kulturkreise aufeinander, Aufgrund von zunehmender Globalisierung und kultureller Vielfalt ist die interkulturelle Öffnung zu einem festen Bestandteil unserer Arbeit im FamilienZentrum geworden. Uns ist bewusst, dass sich der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund auch in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird. Von daher wird dieser Teil unserer Arbeit eine erforderliche Notwendigkeit behalten.

Unsere Angebote begleiten, ermutigen und unterstützen einzelne Familienmitglieder in den Herausforderungen ihres Lebens. Das Wort Jesu „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle leben können" bildet die Grundlage unseres Handelns. Jesus geht es um den Einzelnen; er lässt sich auf dessen Lebenssituation ein und eröffnet den Menschen Perspektive für ihr Leben.

Als Christen wollen wir dieses Anliegen Jesu lebendig halten. Im FamilienZentrum St. Remigius bieten wir suchenden und interessierten Familien einen ersten Anlaufpunkt. In einer Atmosphäre von Vertrauen und Verlässlichkeit möchten wir den Menschen begegnen, Information und Hilfe anbieten.
Des Weiteren leiten folgende Aspekte unsere Arbeit im FamilienZentrum: Wir stellen uns der Verantwortung, jeden Menschen, so anzunehmen, wie er zu uns kommt.

    • Wir begegnen den Lebenssituationen unserer Familien mit Respekt und Toleranz und achten die elterliche Erziehungskompetenz.
    • Wir beteiligen die Eltern an allen wichtigen Fragen, die den Alltag ihrer Kinder betreffen. Bei Bedarf beraten und vermitteln wir gerne zu weitergehenden Hilfen und Angeboten.
    • Wir fordern eine hohe Fachlichkeit aller Mitarbeiter durch Fort- und Weiterbildungsangebote.
    • Wir verstehen uns als Dialogpartner sowohl für uns im Team, als auch für die Eltern und in der Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern und anderen Institutionen.
    • Unser Glaube und unsere religiöse Werthaltung vollziehen sich im täglichen Miteinander.
    • Fachlichkeit, Einsatzwille, Flexibilität und Loyalität sind Grundlage für unsere Arbeit und unbedingte Voraussetzung für eine stetige Weiterentwicklung.

Das Projekt der Interkulturellen Öffnung entspricht unserem Leitgedanken „Bereicherung durch Vielfalt spürbar werden lassen". Beim Projekt geht es für uns darum, wie man diese Arbeit weiter unterstützen kann, Einblicke in den kulturellen Hintergrund zu gewinnen und für einzelne Situationen weiter sensibilisiert zu werden.

III. Worin besteht nun nach Beendigung des Projektes Interkulturelle Öffnung des FamilienZentrums St. Remigius der Nutzen für die einzelnen Einrichtungen?

Um konkrete Rückmeldungen zu erhalten, entsteht ein Evaluationsbogen, der allen Mitarbeiterinnen zur Verfügung steht. Bei der Auswertung der eingegangenen Rückmeldungen muss als erstes festgehalten werden, dass es zwei Gruppierungen mit unterschiedlichen Spektren und Ausrichtungen gibt. Auf der einen Seite die Mitarbeiterinnen, die direkt an den Trainingseinheiten und Arbeitsmodulen teilgenommen haben und diejenigen, die nur aufgrund von Rückmeldungen, Austauschrunden und Gesprächen an der Projektphase beteiligt waren. Dieses wird sehr deutlich sichtbar an den schriftlichen Inhalten der Rückmeldungen. Überwiegend positive Rückmeldungen beinhalten die Evaluationsbögen der direkt teilnehmenden Mitarbeiterinnen, zurückhaltende und kritische Rückmeldungen der indirekt teilnehmenden. Als Resümee daraus bleibt letztendlich festzuhalten, dass verstärkter mehr oder sogar alle Mitarbeiterinnen am Projekt teilnehmen müssten, um auch für sie den Effekt zu erreichen, der bei den aktiven Teilnehmern angestoßen wurde. Dieses ist aber kaum realisierbar in den Kindertageseinrichtungen, da die Interkulturelle Öffnung nur ein Schwerpunkt unter vielen anderen darstellt.

Den Nutzen des Projektes benennen die Mitarbeiterinnen in ihren Rückmeldungen sehr konkret und deutlich.

So nehmen sie wahr, dass die Sprachkurse für die Eltern (Mütter) mit Migrationshintergrund die Offenheit der Teilnehmerinnen fördert. Sie fühlen sich sicherer und gestärkter im Austausch und Kontakt mit den Erzieherinnen und Eltern der Einrichtung.
Sie selber nehmen für sich wahr, dass sie nun mehr Kenntnisse über die einzelnen Kulturen besitzen, für sich einen Perspektivwechsel und eine kritischere Auseinandersetzung mit ihnen erleben, auch gerade in Bezug auf die eigene Kultur.
Sie nehmen wahr, dass sich ein sensiblerer und bewussterer Umgang mit den Familien mit Migrationshintergrund entwickelt hat.
Sie erleben für sich ein stärkeres Bewusstsein für die Reflektion des eigenen Handelns in Bezug auf die Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund.
Was bleibt und was sich weiter in unseren Einrichtungen des FamilienZentrums entwickeln muss, fasst in unseren Augen eine Mitarbeiterin sehr gut zusammen:
„Wir benötigen eine stärkere Begegnung aller in Borken lebenden Familien (aller Nationalitäten) und damit verbunden einen Austausch über die eigene Kultur, Religion und Traditionen, um Verständnis, Vertrauen und eine positive Haltung untereinander entwickeln zu können. Multi-Kulti darf nicht in völliger Beliebigkeit enden, sondern benötigt klare Strukturen, Absprachen, vor allem aber auch Wertvorstellungen und Respekt untereinander."

IV. Was bleibt in unseren Köpfen nach der Projektphase Interkulturelle Öffnung des FamilienZentrums St. Remigius haften?

Eine "Pädagogik der Vielfalt" wie wir sie leben, will für die Unterschiede innerhalb der Kindergruppen im FamilienZentrum und zum Umgang mit Unterschiedenen sensibilisieren. Erwachsene wie Kinder müssen heute mit Unklarheiten, Widersprüchlichkeiten und Mehrdeutigkeiten umgehen lernen, unterschiedliche Sichtweisen und Wertvorstellungen wahrnehmen und akzeptieren. Dabei wird uns immer wieder deutlich, dass die Kinder Träger einer bestimmten Familienkultur sind. Dass Kinder aber vor allem Individuen sind, die ihre spezifische Familienkultur in einer ganz individuellen Art in die Kindergruppe einbringen, in diesem Sinne fordert die Arbeit in kulturell gemischten Kindergruppen einen Kind- und familienzentrierten Ansatz: Es geht um dieses Mädchen oder diesen Jungen mit seinem besonderen lebensgeschichtlichen Hintergrund, der auch - und dies ganz wesentlich - kulturell geprägt ist. Es geht um diese Mutter oder diesen Vater mit ihrer oder seiner spezifischen Migrationsgeschichte oder Lebenssituation. Gleichzeitig fordert die kulturelle Vielfalt in der Gruppe eine sensible Sichtweise für die vielen Dimensionen und Ebenen von Kultur.
So gesehen ein hoher Anspruch, den wir da an uns stellen. Deshalb ist weiterhin die interkulturelle Kompetenz unser wichtigstes Lernziel, vermeintlich im Projekt angeeignetes Wissen, Überzeugungen über andere Menschen, Gruppen und Situationen immer wieder zu überprüfen, immer wieder bereit zu sein, Verallgemeinerungen uni der differenzierten Wahrnehmung der Person, der Gegebenheiten willen, aufzugeben. Was brauchen wir dafür?

    • Starke individuelle - kulturelle Identität
      Das Bewusstsein der eigenen kulturellen Prägung als Voraussetzung für die Auseinandersetzung mit Menschen anderer Kulturen.
    • Empathie
      Sich in andere einfühlen zu können, Anliegen und Interessen anderer aus vagen Andeutungen, Gesten oder anderen Signalen herauszulesen.
    • Ambiguitätstoleranz
      Die Fähigkeit, unstrukturierte und widersprüchliche Situationen aushalten zu können.
    • Frustrationstoleranz
      Mit Irrtümern, Selbstkritik, Missverständnissen und Fehlschlägen entsprechend umzugehen.
    • Konfliktfähigkeit
      Wo Menschen miteinander Zeit verbringen/ leben gibt es immer wieder Situationen die nicht ganz Reibungslos verlaufen. Hier immer wieder von neuem die Bereitschaft zu zeigen, auf den anderen zu zugehen, sich ihm hinzuwenden und Kompromisse einzugehen braucht eine Atmosphäre die von Vertrauen und Angenommen werden.
    • Problemlösungsfähigkeiten
      Probleme aushandeln und lösen können.
    • Neugier
      Offen sein und gerne Neues lernen.
    • Humor
      Die Fähigkeit über sich selbst zu lachen, sich selbst aus einer gewissen Entfernung zu betrachten.


Teilnehmerinnen des „Interkulturellen Trainings“ in einer Übung zur Auseinandersetzung mit Zugangschancen, Macht und Regeln

Wenn wir nun das Projekt Revue passieren lassen haben wir begonnen einen bewussteren Perspektivenwechsel vorzunehmen. Wir haben unsere Konzepte durchsucht und dabei gemerkt, dass wir vieles im Bereich interkultureller Arbeit aus dem Bauch heraus gut gemacht haben. Sehr wahrscheinlich vor dem Hintergrund unserer Leitbilder und unserer christlichen/katholischen Ausprägung. Inhalte, Aufgaben nun unter dem interkulturellen Gedanken zu beleuchten, mit dem Wissen unsere eigene Kultur nicht verleugnen zu müssen, sondern eher zu ihr stehen zu dürfen, sie mit einfließen zu lassen hat ein neues Selbstbewusstsein entstehen lassen. Kompetent und Selbstsicher auf die Eltern zugehen zu können bringt viel Gelassenheit in den Umgang mit den verschiedenen Kulturen.

Autorenteam
BONHOFF, Dieter; BONHOFF, Leoni; EBBERT, Marion; HAFENRICHTER, Marion; RENIĆ, Marijan

 

Kontakt

FamilienZentrum
St. Remigius Borken

Leoni Bonhoff
Nina-Winkel-Straße 60
46325 Borken

Fon: 02861/ 929 095

kigast.remigius-hovesath@web.de

www.familienzentrum-stremigius.de

Caritasverband für das Dekanat Borken e.V.
Fachdienst für Integration und Migration

Marijan Renić
Turmstraße 14
46325 Borken

Fon: 02861/ 945 6

migration@caritas-borken.de

www.caritas-borken.de